Schkeuditzer Museums- und Geschichtsverein e. V.

Erforschung und Verbreitung der Stadtgeschichte von Schkeuditz

Betrachtungen zum Thema "Mode"

Ein Mantel aus der Bronzezeit

In einem Moor bei „Skara“, einer kleinen Stadt in Schweden, fanden Torfstecher vor knapp 100 Jahren, einen halben Meter unter der Erde, einen langen Wollmantel. Das ursprüngliche Alter war in diesem Moment nicht sofort ersichtlich, da ja bekannt war, dass Moor eine durchaus hohe Konservierungseigenschaft haben kann.
Der Mantel wurde also zur genaueren Untersuchung in ein Institut nach Stockholm gebracht.
Die Untersuchungen dort und wenig später in einem Berliner Forschungsinstitut ergaben, dass
das Kleidungsstück mindestens drei bis viertausend Jahre dort im Moor gelegen haben musste. Ein schwedischer Staatsgeologe hatte mikroskopische Studien an den Torfschichten gemacht, von denen der Mantel bedeckt war. Rechnerisch ist er dabei auf das gleiche Alter gekommen. Erneut war man über die guten konservierenden Eigenschaften des Moores erstaunt. Das Kleidungsstück mit seinem breiten Faltenwurf sah für diese Zeit, Ende 19. –Anfang 20. Jahrhundert, durchaus modern aus. Es glich einem so genannten „ Havelock“ eine Art Großer Umhang im Mantelschnitt, mit offenen Ärmeln. Diese Art der offenen Ärmel erhöhten ungemein die Bewegungsfreiheit der Arme, was unter anderem für die Handhabung des oft darunter getragenen Säbels von großer Wichtigkeit war.
Wer also nun mit diesem „Fundstück“ zu dieser Zeit in Berlin oder einer anderen Großstadt spazieren gegangen wäre, hätte nicht einmal Aufsehen erregt, so gut hätte es modisch in die zeit gepasst und so gut war es in Schuss.
Dennoch war dabei aber eben nicht zu vergessen, dass sein einstiger Besitzer ein Zeitgenosse des damaligen Königs von Babylon und des Erzvaters Abrahams war. Der verwendete Stoff wurde also zu einer Zeit gewebt, in der weder Rom noch Karthago existierten. Kein Germane hatte bis zu diesem Zeitpunkt die skandinavische Halbinsel verlassen.
Dieser Fund hat damals die Gemüter in mehrerer Hinsicht bewegt und setzt bis heute seine Betrachter in Erstaunen.