Im Oktober 1910 öffnete das Krankenhaus Bergmannswohl für seine ersten Patienten und in einer Kontinuität von 114 Jahren sorgten sich Ärzte, das Pflegepersonal und viele andere mehr für ihr Wohlergehen. Doch nun ist diese Institution Geschichte. In einer Ausstellung im Oktober 2026 möchte das Museum dieser wichtigen Einrichtung in der Stadt eine Sonderausstellung widmen.

Das Bergmannswohl wurde als Nervenheilanstalt der Knappschaft für Bergleute und Beschäftigte der Montanunternehmen gegründet. Die Lage auf der weiten Feldflur zwischen Schkeuditz und Kursdorf, der Park und großzügigen Räumlichkeiten sorgten für gute Genesungsmöglichkeiten.
1914 wurde es bald zum Lazarett für die Verwundeten des ersten Weltkrieges. Vor allem Kopfverletzungen wurden hier geheilt, aber auch neurologische Spezialbehandlungen konnte man hier durchführen. Nach dem Krieg nahm es seine Funktion als Knappschaftskrankenhaus wieder auf, bevor es im zweiten Weltkrieg wiederum zum Lazarett wurde.
Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt das Krankenhaus 1947 den Rang eines Kreiskrankenhauses – die Innere Medizin, die Chirurgie und eine Bäder- und Röntgenabteilung unterliegen diesem Status. 1950 wurde eine Intensivabteilung und einer Abteilung für chronisch Kranke eingerichtet, drei Jahre später kam eine gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung mit einem Kreißsaal hinzu. Zur Wende 1989 waren hier 78 Fachärzte und neun Zahnärzte beschäftigt.





Die HELIOS Kliniken GmbH übernahmen zum 1. Januar 1998 das Kreiskrankenhaus und führten es als HELIOS-Klinik Schkeuditz weiter. Nachdem die Erweiterung des Flughafens beschlossen war, fiel 2002 auch die Entscheidung zur Verlegung der Klinik und bereits 2004 erfolgte die Umsiedlung in die neuen Gebäude zwischen der Alten Straße und dem SKH Altscherbitz. Im darauffolgenden Jahr wurde das alte Bergmannswohl abgerissen.

Zum 28. Mai 2025 schloss die Klinik ihren operativen Betrieb. Die Gründe dafür waren wirtschaftlicher Natur.

