Nach der Völkerschlacht von 1813, wurde auf dem Wiener Kongress 1815 festgelegt, dass unter anderen Schkeuditz zu Preußen gehörig sein soll. Am 1. Januar 1819 trat das preußische Zollgesetz in Kraft, die Grenze zwischen Sachsen und Preußen war nun zwischen Modewitz und Hänichen festgesetzt. Die Namen „Grenzweg“ und der Name der Gaststätte „Zur Landesgrenze“ zeugen noch davon. Zuerst gab es dort nur einen Schlagbaum, dann wurde 1823 das kleine Zollhäuschen in Modewitz gebaut. Es steht heute, 2025, gegenüber der Gaststätte zur Landesgrenze immer noch. Zur Errichtung des ehemaligen Fachwerkbaus wurde das Rest Holz der auch 1823 abgerissenem Wasserkunst mit verwendet. Sie stand in der Nähe des Klingelborn-Brunnens.

Am Schkeuditz Amtsgericht, heute 2025. Die Polizei wurde ein Hauptzollamt eingerichtet. Die Waren wurden mit einer so genannten Rad Waage gewogen und der Zoll festgelegt.



Die Rad Waage befindet sich heute, 2025 schön restauriert in dem etwas kleineren Gebäude, rechts von der Polizei am Markt.

Um die bessere Einfahrt zur Waage zu ermöglichen, wurde die alte sächsische Postsäule am Alten, Rathaus und der Marktpfuhl (Brunnen) kurz vor der Waage weggerissen. Die Fuhrwerke kamen also von Modlewitz über die Leipziger Straße, bogen am Markt rechts ab, passierten das heute nicht mehr vorhandene marktseitige Tor in die Waage und wurden dort gewogen. Anschließend fuhren sie hofseitig wieder über den Amtsgarten heraus auf die Hallesche Straße in Richtung Halle. Das Ganze bestand aber nur 15 Jahre bis 1834, dann trat der Zolleinigungsvertrag in Kraft. Somit gab es keinen Zoll mehr zwischen den einzelnen deutschen Ländern.
Quellennachweis:
Zukunft braucht Herkunft von Adolf Fischer.
Heimatliche Dämmer Stunden Nummer 109 Paul rasche vom 17.12.1932