Schkeuditzer Museums- und Geschichtsverein e. V.

Erforschung und Verbreitung der Stadtgeschichte von Schkeuditz

Das Schkeuditzer Stadtwappen

Immer wieder wird in Situationen und Ereignissen unseres Stadtgeschehens, teils scherzhaft, teils auch etwas ernster, der Vergleich gebraucht : ... na das ist doch kein Wunder, wir haben doch als Stadtwappen den Mann ohne Kopf!
Die Doppeldeutigkeit ist dabei unverkennbar!

Die Frage, warum gerade dieses Sinnbild in das Stadtwappen aufgenommen wurde, ist seit Jahrhunderten ein Anlass für Nachforschungen.

Überlieferte Sagen aus dem Mittelalter deuten es in den meisten Fällen so : "Albanus, ein Schkeuditzer, wurde des „Leinwanddiebstahls“ bezichtigt und durch grausame Folterqualen zum Geständnis gebracht. Auf dem Weg zum Schafotte rief er mit lauter Stimme: „ so wahr ich unschuldig bin, werde ich meinen Kopf mit den Armen auffangen“ !
Das Volk sah nun mit Schrecken das angekündigte Wunder und forderte, dieses Gottesurteil solle fortan im städtischen Wappen dargestellt werden.  
Es ist aber eben nur eine Sage, denn  bereits zu dieser Zeit war ein Zusammenhang, zwischen dem in Sandstein gehauenen Heiligen St. Albanus über dem Kirchenportal und der Darstellung im Wappenschilde mit den  beidseitigen Buchstaben S.A. , deutlich erkennbar!   
Detaillierte Nachforschungen zu der Darstellung der Figur im Wappenschilde sind meist sehr widersprüchlich und führen an dieser Stelle zu weit. Nachgewiesen ist, dass man damals Märtyrer, die den Tod durch Enthauptung gefunden haben, den Kopf in den Händen haltend, dargestellt hat.
Nachweislich verbrieft ist, dass 1271 in „ Siebmachers großem Wappenbuche“ steht :
Schkeuditz , benannt als Stadt, führt das „stiftische Wappen“, – ein Kreuz in gelbem Felde, darüber eine männliche Figur in weißem Kleide, die ihren abgeschlagenen Kopf in beiden Händen trägt -. Linksseitig sind die Buchstaben AL erkennbar, die für „ der heilige Alban“ stehen.
Den nochmaligen späteren Beweis, dass das Wappenschild tatsächlich den heiligen Alban darstellt, liefert ein Abschnitt in den „ konfirmierten Statuten „ des Kurfürsten „ Johann Georg von Sachsen „ von 1612. Darin steht, die Stadt Schkeuditz solle zum Innsiegel haben :
-St. Albanum  mit einem weißen Kleide in einem rotem Felde ( Hintergrund ), welcher das Haupt vor der Brust in beiden Händen trägt, stehend auf einem gelben Schilde mit schwarzem Kreuz.
Dieses Siegel solle vom Bürgermeister im Rathaus verwahret werden . Die Stadtfarben seien damit
-Rot und Weiß- . Die Farben des darunter befindlichen Schildes, -Gelb und Schwarz- , als die des Merseburger Stiftes. ( Immer wieder wird die, über Jahrhunderte bestehende Anbindung von Schkeuditz an die „ geistliche und weltliche Macht „ Merseburgs, deutlich !)
Die Verwendung des Wappens ist eher selten. Die Anwendung des Siegels dagegen lässt sich oft belegen. Ein Siegel aus dem Jahre 1594 zeigt Alban in Mitten reicher Ornamentik mit der Umschrift „ –SCKEVDICS S CIVITATIS – „.
Dieser Siegel war nachweislich bis ins 18.Jahrhundert in Gebrauch.
Auch wenn hier an dieser Stelle der Versuch unternommen wird, etwas Licht in die Geschichte unseres Stadtwappens zu bringen, so wird doch wohl die oben erwähnte Sage nicht ganz und für immer aus den Köpfen verschwinden!