Schkeuditzer Museums- und Geschichtsverein e. V.

Erforschung und Verbreitung der Stadtgeschichte von Schkeuditz

Artikelserie „Schkeuditzer Gaststätten zwischen 1500 und 1900“

Serie 3  entlang der Leipziger Strasse

Vorwort:  Da zu den nächsten 3 Restaurants nicht sehr viele Überlieferungen und Aufzeichnungen vorliegen, habe ich diese hier in einem Artikel zusammengefasst.

2. "Wenzels Restauration" später "Zur Börse"

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Bereits aus dem Jahre 1844 gibt es Aufzeichnungen in denen "Wenzels Restauration" in der Leipziger Gasse, der späteren Leipziger Strasse , erwähnt wird. Also bereits 6 Jahre vor der Eröffnung von "Bierendes Restauration" schräg gegenüber.

Nachweislich hat die Familie Wenzel die Wirtschaft bis 1898 betrieben.

Die weiteren Inhaber und Wirte sind dann:

1899                                 A.Mehnert

1900-1907                         Moritz Müller

1908-1910                         Reinhold Thiele

1911-1913                         Carl August Müller    

1914-31.03.1919               Franz Raue

01.04.1919-30.11.1920     Oswald Dornberger

01.12.1920-1925               Oskar Fritzsche

1926-28.04.1928              Max Wenzel

01.05.1928-30.06.1930     Richard Kraft

01.07.1930-30.09.1931     Otto Höhne

01.10.1931-1946               Franz Pohle

1947-1960                         Rudi Wenzel

Der häufige Wechsel der Wirte lässt den Schluss zu, dass das Betreiben einer Restauration in diesen Jahren nicht immer einfach war und meist weit entfernt von der Vorstellung einer „Goldgrube“ lag! Ab 1967 übernimmt Kurt Köhler die Gastwirtschaft. Mit ihm ist der Name "Zur Börse" untrennbar verbunden. Leider ist nicht genau überliefert, wann es zum Namen "Zur Börse" gekommen ist. Köhler Kurt als Börsenwirt war eine Institution in Schkeuditz, die fast jeder kannte! Es gab gutes Essen bei ihm, der Stammtisch war legendär und viele Anekdoten rankten sich um ihn. Er kam damals aus Zwintschöna, eine Region der Champignonzucht in der Nähe von Halle. Champignons als Beilage, anstatt eines faden Gemüses, das war seine Stärke und in diesen Jahren sein Zugpunkt! 2006 stirbt Kurt Köhler. Im Jahre 2008 eröffnet sein Sohn, Olaf Köhler, das Restaurant neu, was er bis heute betreibt.

3. Gaststätte "Bergschänke" später "Bergschlößchen"

 Bergschlösschenkl                Bergschlösschen kl001  

Die erste Erwähnung der „Bergschenke“ stammt aus dem Jahre 1651, und zwar in Zusammenhang mit dem "Berggut"! Solche Güter hatten früher das Brau und -Schankrecht für ihre Landarbeiter und Bediensteten. Wo der genaue Standort war und wie das Aussehen war, ist leider nicht mehr bekannt. Die erste Erwähnung eines Wirtes namens Hr. Rosche, stammt aus dem Jahre 1844. Er hat die Wirtschaft bis 1860 betrieben.

Weitere Inhaber und Wirte sind dann:

1873-1877                                M. Rabe

1878-Juni 1879                         A. Schönefeld

Juli 1879-Dezember1879             Wilhelm Krieser

1880- 1896                               A. Schumann

1897-Oktober 1940                    Emil Köhler (unter ihm wird aus Bergschenke das Bergschlößchen)

1940-1959                                Kurt Köhler (hat nichts mit dem Börsenwirt zu tun)

ab 1960 Konsumgaststätte

4. Restaurant "Zur guten Quelle"

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Ebenfalls im Jahre 1844, in dem auch "Wenzels Restauration" - die spätere Börse – eröffnet wird, eröffnet ein Hr. Wenzel, genannt „Schankwenzel“ die "Quelle". Ob es sich dabei um die gleiche Familie Wenzel handelt ist nicht bekannt und eher abwägig.

Die weiteren Wirte und Pächter sind:

1873-1874                                   G.Schüttel

kurzzeitig bis zum 30.04.1874 wird ein Hr. Friedrich Pfeuffer als Inh. Aufgezeigt, der die "Quelle" verkauft und den "Waldkater" erwirbt.

1876-1877                                   Hr. Katterbe

1878-1880                                   B.Opitz

1891-1903                                   Andreas Kleeman (starb plötzlich im September 1903)

1904-1940                                   Richard Opitz

von 1940 bis ca.1955 übernimmt die Familie Hartung die Gastwirtschaft.

Anschließend kommt wieder einmal die Versorgungspolitik der DDR ins Spiel und aus der Gastwirtschaft wird kurzer Hand eine Konsumverkaufsstelle für Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs !

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Mitte der 1960er Jahre erfolgt der Abriss wegen Baufälligkeit.

Der Standort der Gaststätte war Leipziger Strasse / Ecke Kirchstrasse. Heute ist dort eine Parkfläche. Auf dem alten Foto ist das Haus gut zu erkennen.                              

Quellen:  Archiv –Stadtmuseum Schkeuditz-

                Zusammenstellung und Vortrag "Schkeuditzer Gaststätten zwischen 1500 und 1900"

                 v. Klaus Wagner (Mitglied im Schkeuditzer Museums- und Geschichtsverein)