Schkeuditzer Museums- und Geschichtsverein e. V.

Erforschung und Verbreitung der Stadtgeschichte von Schkeuditz

Artikelserie „Schkeuditzer Gaststätten zwischen 1500 und 1900“

Serie 4  entlang der Halleschen Straße

1. "Restaurant Steiniger" später "Stadt Berlin"

 Stadt Berlin.kl

Im Schkeuditzer Tageblatt vom 25.02.1928 findet man einen Artikel in dem unter anderem das "Restaurant Steiniger " in der Halleschen Gasse (die spätere Hallesche Straße) erwähnt wird. Den Namen Steiniger hat das Restaurant von seinem Wirt.

Weitere Recherchen haben zu Vermutungen geführt, dass das Restaurant noch älter sein könnte. Und so findet man Aufzeichnungen in denen es bereits im Jahre 1881 als"Stechers Restaurant" aufgeführt wird. In einer weiteren Aufzeichnung wird berichtet, dass in diesem Restaurant im Jahre 1886 eine Weihnachtsfeier für arme Kinder und Waisen stattgefunden hat. Zu dieser Zeit gab es einen Kreis Bürger, die sich in "Stechers Restauration" (und dem späteren "Stadt Berlin") zu einem Stammtisch zusammengefunden haben, unter anderem auch mit dem Zwecke, bedürftigen Kindern eine Freude zu machen. Den Mittelpunkt bildete damals Vater Kupka mit seinen Söhnen Karl, Wilhelm und Hermann (der spätere sehr geschätzte Beigeordnete unserer Stadt), wie auch die Gebrüder Schäfer, Rektor Walther, Kunstgärtner Ernst Pönicke, Oskar Knöfel und weitere gut gestellte Bürger der Stadt. Die Aufzeichnungen belegen auch, dass ein Herr Fritz Walther im Jahre 1899 das Lokal von Fr. Stecher übernimmt. Fritz Walther ist es auch, der das Restaurant am 10.04.1900 in den Namen " Stadt Berlin" umbenannte. Leider starb Fritz Walther bereis mit 51 Jahren am 28.05 1907. Seine Frau führte das Lokal dann noch bis Jahresende weiter.

Es gibt Vermutungen, dass es das Restaurant bereits im Jahre 1844 gab. Das lässt sich aber nicht eindeutig belegen. In den Jahren von 1908 bis 1924 sind 3 Wirte bekannt.

1908 - 1913 Moritz Müller

1914 - 1920 August Müller

von März 1920 - 1924 Otto Trecziakowski

Im Jahre 1925 übernahm dann Otto Silber das Restaurant. Er war rund 30 Jahre Wirt bis Mitte der 1950er Jahre. Den Beinamen "Fußballer-Lokal" erhielt es nach dem Krieg, da "Silber Otto" ein großer Fußballfan war und sehr oft auf dem Fußballplatz anzutreffen war.

Wie viele andere Restaurants und Gaststätten schloss auch das "Stadt Berlin" in diesen Jahren ohne Nachfolge! Die Gründe dafür wurden bereits mehrfach aufgezeigt!

Nach der Schließung wurde es der Nutzung als Bibliothek der Stadt Schkeuditz zugeführt.

Nach der Eröffnung der neuen Bibliothek in der Bahnhofstraße stand das Gebäude bis zu seinem endgültigen Abriss im Jahre 2006 leer !

Quellen: Archiv - Stadtmuseum Schkeuditz- Zusammenstellung und Vortrag v. Klaus Wagner " Schkeuditzer Gaststäätten zwischen 1500 und 1900 "

                       ( Mitglied im Schkeuditzer Museums- und Geschichtsverein)